1918
Antonio Bueno wird am 21.Juli als Sohn des Schriftstellers und Journalisten Javier Bueno, seinerzeit Korrespondent der Madrider Tageszeitung 'ABC' in Berlin, und Anna Rosjanskaja geboren. Seine Kindheit verbringt Antonio in Spanien.

1925
Die Familie Bueno zieht nach Genf um. Nach dem Gymnasium schreibt sich Antonio in der Akademie der bildenden Künste ein. Die Familie wohnt in der Maison de Verre von Le Corbusier. Er tritt der Kommunistischen Jugendbewegung bei.

1938
Bueno debütiert in Paris im Salon des Jeunes mit einer Präsentation seiner Illustrationen zu "Le voyage au bout de la nuit" von Céline.

1940
Im Januar kommt er zusammen mit seinem Bruder Xavier und der Mutter in Italien an. An der Akademie wurde vor allem das späte Schaffen von Cèsanne unterrichtet. Als Reaktion darauf entsteht das Interesse des Malers für die Techniken der primitiven flämischen Malerei und für die Surrealisten. Als Italien in den Krieg eintritt, fährt Antonio allein in die Schweiz, um dort seinen Status als Wehrpflichtiger in der spanischen Botschaft in Genf zu klären.

1941
Nachdem er vom Wehrdienst befreit wurde und einen neuen Pass von der spanischen Botschaft erhält, verlässt er die Schweiz wieder und kehrt nach Florenz zurück. Er freundet sich mit Annigoni und anderen Antifaschisten an und heiratet Evelina Hay in der Kirche von St. Domenico in Fiesole.

1941-1942
Die ersten Ausstellungen in Mailand (in den Galerien Manzoni und Ranzini) und in Florenz (in der Galerie Botti) zusammen mit dem Bruder Xavier. Antonio malt sehr "vollendete" Gemälde, deren größter Teil Stilleben und Bildnisse ausmachen. Es wird sein erster Sohn, Francesco Saverio, geboren.

1947
Kontakt zu den ‚Malern der Realität' und zu De Chirico, der Bueno in seinen Erinnerungen zu den zehn besonders begabten Malern zählte. Von ihm nimmt er aber bald Abstand, wovon unter anderem sein offener Brief zeugt, der 1958 im "L'Europeo" veröffentlicht wird. Die erste Einladung zur Quadriennale nach Rom.

1950
 Bueno arbeitet in Florenz bei der Zeitschrift für abstrakte Kunst "Numero" und wird ihr Redaktionssekretär. Erste Erfahrungen in der geometrischen Malerei und ein erster neofigurativer Versuch, einige Komponenten der italienischen methaphysischen Schule nachzuholen. Freundschaft mit Edoardo Sanguineti und Albert Camus.

1953
Von Sanguineti präsentiert, organisiert Bueno eine Einzelausstellung in der Galerie La Bussola in Turin.

1956
Bueno nimmt an der Biennale in Venedig mit seinen neuen Kompositionen von Pfeifen, Eierschalen und Wollknäulen teil,die die Kritiker als metaphysische Gegenstände definieren.

1958
 Der Maler unternimmt eine Studienreise in die USA und hat dort einige Ausstellungen. Nach seiner Rückkehr stellt er einen Antrag auf die italienische Staatsbürgerschaft, der aber vom Innenministerium zurückgewiesen wird. Es wird seine Tochter Maria Isabella geboren.

1959
Ende der metaphysischen oder sogenannten "Gipspfeifenperiode".

1961
Beitritt zur Gruppe Quadrante. Antonio nimmt an der Ausstellung "Cinq peintres de Florence" ("Fünf Maler von Florenz") unter Präsentation von G.C. Argan in Paris sowie in der Strozzina von Florenz teil, wo er zusammen mit S. Loffredo und A. Moretti die erste Ausstellung der ‚Neuen Figuration' in Italien durchführt.

1962
Bueno organisiert in Florenz ein operatives Zusammentreffen der Maler, Dichter und Musiker der Avantgarde und gründet zusammen mit ihnen im selben Jahr die "Gruppe `70". Mit P. Scheggi und P. Manzoni veranstaltet Bueno die erste Ausstellung der monochromatischen Malerei in Italien. Umsetzung der fast abstrakten Gemälde im Stil des Abdruckes.

1963
Bueno organisiert im Palazzo Stozzi mit Unterstützung der Stadt Florenz die internationale Ausstellung ‚Die Neue Figuration'. Teilnahme an der Biennale von San Marino, die der ‚Oltre L'Informale' gewidmet wird, und an der Ausstellung der Quadrante unter dem Titel ‚Tecnologica' zusammen mit L. Pignotti und G. Chiari.

1964
Bueno führt eine Bilderreihe in der Ausstellung ‚Espana Libre' vor und wird zur ersten Ausstellung der visuellen Poesie, die von der "Gruppe ‚63" in Reggio Emilia veranstaltet wurde, mit seinem "Homo Technologicus" eingeladen. Im selben Jahr organisiert er die nationale Kunstshow-Ausstellung, die er ‚Mostra Luna Park' (Ausstellung Luna Park) nennt und die im Jahre 1966 in Ca'Giustinian in Venedig wiederholt wird. Arbeit an den großen Holzfiguren für die "teatrini" (sich bewegende Spielbilder mit Texten), und den in vielen Materialien ausgeführten Reliefs. Es wird sein dritter Sohn Tommaso geboren.

1965
Bueno stellt in der Galerie Numero in Venedig die unter Mitarbeit von Emilio Isgrò geschaffenen Comicbilder aus. Der Künstler unternimmt auch Versuche der "Audiomalerei" mit der Schreibmaschine. Ausstellung in der Buchhandlung Guida in Neapel (Katalogtext von Achille Bonito Oliva und Di Gillo Dorfles).

1966
Zusammen mit S. Loffredo leitet Bueno die Galerie G 30 in Paris, in der Werke von italienischen Malern der Avantgarde ausgestellt werden. Zusammen mit Umberto Eco erfindet er den Antipreis "Fata". Ausstellung der "Gruppe ‚70" "Atti impuri" ("Schmutzige Taten") in Peking.

1968
Bueno nimmt (mit seinen monochromatischen Reliefbildern) an der 34. Biennale in Venedig (im Katalog wird er von Sanguineti mit dem Gedicht "Musica humana per Antonio Bueno" präsentiert) und an dem ‚Sixth Annual New York Avant Garde Festival' teil.

1969
Präsentiert von Lucien Goldman und Bernard Pingaud, hat er eine Einzelausstellung ‚Mostra neopassatista' in der Galerie G30 in Paris, wo er das Gemälde "Der Feuerwehrmann und das Modell" ("Il pompiere e la modella") ausstellt (ein erfolgreiches Thema, mit dem er sich mit zahlreichen Variationen bis in die letzte Zeit beschäftigen wird). Der Maler verkündet seine Trennung von der "Gruppe ‚70" und von der Avantgarde: er veröffentlicht einen Brief an Sergio Salvi, wo er sich als Maler der "Neoretroguardia" definiert. Jetzt widmet er sich endgültig der Darstellung seiner sinnbildlichen Frauengesichter und Figuren, die er nie mehr verlassen wird.

1970
Endlich erhält der Maler die italienische Staatsbürgerschaft und zieht in sein neues Haus in Fiesole um.

1971
Bueno schreibt den Katalogtext zur Ausstellung "Suite Erotique" von Picasso, die von der Florentiner Galerie L'Indiano organisiert wird, und veranstaltet zusammen mit Luca Alinari in der Galerie ‚Inquadrature 33' die Ausstellungen ‚Eros & Arte' und ‚Alla ricerca die maestri perduti' (‚Auf der Suche nach den verlorenen Meistern').

1972
Bueno wird zum Professor an die Internationale Universität der Künste in Florenz berufen.

1973
Die zweite Einzelausstellung in New York mit einem Katalogtext von C.L. Ragghianti, die zum großen Erfolg wird.

1974
Bueno wird Autor der Szenen und Kostüme für das Ballett "Pupazzetti" von Alfredo Casella, das im Stadttheater von Florenz aufgeführt wird.

1975
Öffentlicher Vortrag von Massimo Carrà über Bueno in Forte dei Marmi. Der Verlag Feltrinelli veröffentlicht eine große Monographie mit einer Einleitung in Essay-Form unter dem Titel "Questo è questo" von Edoardo Sanguineti.

1976
Der Künstler wird von der Stadt Siena beauftragt, ein Preisgemälde für Palio dell'Assunta (bekannte Pferderennen in Siena) auszuführen. Der von Bueno unterschriebene Palio, von den Siena-Einwohnern ‚Palio a fumetti' (‚Palio mit den Comicstrips') genannt, erregt viele Polemiken und wird von dem Stadtviertel Civetta gewonnen.

1977
Bueno gründet und leitet die Kunstzeitschrift ‚Visual' mit Hilfe von Eugenio Miccini und einigen Ex-Mitgliedern der ‚Gruppe 70'. Einzelausstellungen auf der Internationalen Messe in Basel und in der Galerie Toninelli in Rom.

1978
Mit wachsender Begeisterung widmet er sich dem Genre der "D'après", das er vor einigen Jahren entdeckte (Damals schuf er Picasso-, Campigli-, Seurat- und Klee-Ehrenbilder). Zum ersten Mal stellt der Maler in Florenz, in der Galerie Spagnoli seine D'après-Bilder aus, die er selbst im Katalog präsentiert. Fabio de Poli dreht im Buenos Atelier einen Film, während er in der Kleidung eines Feuerwehrmannes arbeitet. Ausstellung der "Feuerlöscher" ("estintori") im Atelier der Galerie ‚Inquadrature 33'. Neue Einzelausstellung in der Galerie ART von Basel; Reisen nach Paris und Spanien.

1979
Im Frühling werden neue Einzelausstellungen der D'après-Bilder mit Unterstützung der Gemeinden von S.Giovanni Valdarno und Vicenza organisiert. Sie werden von F.Menna präsentiert. Bueno veranstaltet unter Mitarbeit von Alinari, Cioni, Guarnieri und Miccini die kollektive Ausstellung ‚Ab Ovo', die im Palazzo Vecchio in Florenz stattfindet und von Menna präsentiert wird. Am 7. Juli stirbt nach langer Krankheit der Bruder Xavier.

1981
Auf Einladung des Verkehrsvereins und mit der Unterstützung der Gemeinde Fiesole und der Region Toskana veranstaltet Bueno eine große antologische Ausstellung, mit der ein neues Ausstellungszentrum für moderne Kunst im Palazzo Strozzi eingeweiht wird. An der Eröffnung der Ausstellung ist auch der Präsident Pertini anwesend. In diesem Jahr beginnt der Maler auch seine Biographie zu schreiben, die er aber nicht vollenden wird.

1982
Nach zehn Jahren stellt Bueno seine Werke wieder in Mailand aus, in der Galerie Centro Annunciata. Teilnahme an internationalen Ausstellungen in Basel, Stockholm und Frankfurt a.M.. Die Galerie Forni stattet für ihn einen Stand an der FIAC in Paris aus. 1983 Im September veranstaltet er auf Einladung der Gemeinde Luino eine Einzelausstellung im Bürgermuseum und präsentiert dort zusammen mit seinem Freund Piero Chiara die Lithographie-Illustrationen zur Erzählung von Chiara "Pierino auf dem Markt von Luino". Gleichzeitig nimmt er an der Ausstellung der Pariser FIAC "Von der Metaphysik bis zur Metaphysik durch den Surrealismus", die von der Galerie Metastasio von Prato organisiert wird, teil. Den Katalog gibt M. Fagioli dell'Arco heraus.

1984
Bueno wird zur 41. Biennale in Venedig eingeladen und dort von Giorgio Di Genova vorgestellt. Dort stellt er eine Reihe seiner D'après-Bilder aus, die als seine wichtigsten Werke gelten. Im Juni findet eine retrospektive Ausstellung der ‚Modernen Maler der Realität' im Waffensaal des Palazzo Vecchio statt. Sie wird von der Gemeinde Fiesole organisiert. Am 26. September stirbt Antonio Bueno an einer schnell verlaufenden Krankheit in Fiesole. Im November wird in Bologna eine große antologische Ausstellung in der Galerie Maggiore mit dem Katalogtext von Franco Solmi eröffnet.

1986
 Das Museum für moderne Kunst in Macerata veranstaltet eine antologische Ausstellung, präsentiert von Everaldo Dalla Noce, ebenso die Gemeindepinakothek in Massa Marittima. Im Juli, August, September und Oktober verläuft in Anagni im Palazzo Civico, in der Sala della Ragione, eine andere große antologische Ausstellung. Der Katalog ist der von Giorgio Di Genova herausgegebene Band "Antonio ... o della dissacrazione oculata".

1987
 Juli - August: eine umfangreiche antologische Ausstellung in den Sälen des Nationalen Museums von Castel Sant'Angelo mit Unterstützung der Region Lazio, der Provinz und der Stadt Rom. Etwa 160 Gemälde aus verschiedenen privaten Sammlungen in Italien (und natürlich aus der Sammlung der Erben) werden dort ausgestellt.

1988
 Juni: Antologische Ausstellung in den Sälen der Gemeindepinakothek von Montepulciano, organisiert von der Gemeinde Montepulciano und präsentiert vom Verein ‚Il Parnaso'. Juli: Antologische Ausstellung im Palazzo Casali in Cortona, organisiert von der Gemeinde Cortona. Dezember - Januar (1989): In der XVI. Ausstellung Poggiobonsi Arte wird dem Maler postum der Preis Pennello d'Argento verliehen. Antologische Ausstellung in der Casa di Chiesino mit der Unterstützung der Gemeindeadministration und der Pro Loco di Poggiobonsi, Katalogtext von P.Levi.

1989
August: Antologische Ausstellung in den Sälen des Palazzo Pretorio in Campiglia Marittima. Oktober: Antologische Ausstellung in der Palazzina Mangiani in Fiesole, organisiert von der Gemeinde Fiesole und präsentiert vom Verein ‚Il Parnaso'.

1990
Januar. Antologische Ausstellung in der Renzo Spagnoli Arte in Lugano, präsentiert von Mario Luzi.

1994
Von Juli bis Oktober eine große antologische Ausstellung mit mehr als hundert Gemälden im Palazzo Challand, in den Räumen des archeologischen Museums von Aosta, organisiert von der automen Region Valle d'Aosta. Zu diesem Anlaß wird der erste Band des von Giorgio Mondadori veröffentlichten ‚Catalogo Generale delle opere di Antonio Bueno' (Gesamtkatalog der Werke von Antonio Bueno) präsentiert. Im Oktober zieht die Ausstellung in die Räume der Kunststiftung Bandera in Busto Arsizio um.

1996
Ausstellung einiger Gemälde aus der Periode der ‚Modernen Maler der Realität' im Rahmen der kollektiven Ausstellung ‚Colloquio col visibile' in der Villa Renatico Martini in Monsummano Terme mit Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Umwelt, des Regionalen Rates von Toscana und der Stadt Florenz.

1998
Teilnahme mit verschiedenen Bildern an der kollektiven Ausstellung ‚Il disegno in Toscana, 1900-1945' in der Villa Medicea di Poggio in Caiano.

2001 Florenz, Oktober - November: Antologische Ausstellung von 79 Werken in der Salone delle Reali Poste der Uffizien, organisiert vom Kulturreferat der Region Toscana und vom Amt für Geschichte- und Denkmalpflege der Provinzen Florenz, Pistoia und Prato. Präsentation des Katalogs "Antonio Bueno. Variationen zum Thema eines glücklichen Gemäldes" ("Antonio Bueno. Variazioni sul tema di un depinto fortunato"), herausgegeben von O.Casazza und A.Paolucci.

2002 Pietrasanta (Lucca) Juli - September: Antonio Bueno, Weitere "Variationen zum Thema eines glücklichen Gemäldes" (Altre 'Variazioni sul tema di un dipinto fortunato'). Sala dei Putti und Sala del Capitolo, Chiostro di S.Agostino, antologische Ausstellung von 47 Werken (1940-1984), organisiert vom Kulturreferat Pietrasanta unter Mitarbeit vom Amt für Geschichte- und Denkmalpflege der Provinzen Florenz, Pistoia und Prato. Katalogtext von Giunti, Florenz, herausgegeben von O.Casazza, M.Moretti und A.Paolucci.